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Aktuelle Ausstellungen

„Die Glashütte Gernheim zu Gast im Glasmuseum Immenhausen“
24. April bis 8. August 2021

 

Jaako Liikanen; Foto: Peter HübbeUrsula Huth (Zylinder); Foto: Peter HübbeDie Glashütte Gernheim im nordrhein-westfälischen Petershagen gehört zum Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL. Diese Glashütte, in der 1812 zum ersten Mal Glas produziert wurde, erlebte eine wechselvolle Geschichte mit wirtschaftlichen Hochphasen, aber auch Schließungen und Stilllegungen. Mittelpunkt der Hüttenanlage war und ist der markante, im Jahr 1826 errichtete, Glasturm aus roten Ziegeln. Neben dem Turm mit Schmelzofen gehörten nicht nur Verwaltungs- und Lagergebäude, sondern auch Arbeiterhäuser zur Glashütte, in der vorwiegend Flaschen und Flachglas produziert wurde. Einige dieser Gebäude gingen 1983 in den Besitz des LWL über. Der Glasturm und weitere Gebäude wurde aufwändig saniert und 1998 als Museumsstandort wieder in Betrieb genommen. 

 

Korbinian Stöckle; Foto: Peter HübbeMichaela SwadeSomit ist der Glasturm in Gernheim einer der wenigen Orte in Deutschland, an denen noch Glas auf traditionelle Weise am Ofen geblasen wird. Seit 2015 ist die manuelle Fertigung von mundgeblasenem Hohl- und Flachglas in Deutschland als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Damit soll die jahrtausendealte Tradition des Glasblasens bewahrt und die Kenntnis darum als Erbe der Menschheit für die Zukunft bewahrt werden Das Bemühen der Glashütte, dieses Handwerk auch in die Liste der UNESCO eintragen zu lassen, zeigte Erfolg. 

 

Heikko Schulze-Höing (Gral); Foto: Peter HübbeVeronika Beckh (Stille); Foto: Peter HübbeAm Schmelzofen in Gernheim wird dieses Erbe lebendig. Es arbeiten mehrere Glasmacher mit Glasmacherpfeife und anderen einfachen Werkzeugen, um den Besuchern das traditionsreiche Handwerk nahe zu bringen. Graveure bewahren eine alte Veredlungstechnik. Sie bieten bei Interesse auch die Möglichkeit, in Kursen alles selber auszuprobieren. Sie erfüllen damit die wichtige Aufgabe, ihr Wissen um alte Glasmachertechniken anzuwenden, zu erweitern und weiterzugeben.
Auch internationale Glaskünstlerinnen und Glaskünstler treffen sich im Glasturm in Gernheim, um am Ofen von den Fertigkeiten der Glasmacher zu profitieren, Glaskunst zu fertigen und somit die Herstellungsverfahren und Techniken weiter zu beleben.

 

In der Ausstellung in Immenhausen sind jetzt Stücke zu sehen, die von internationalen Künstlern bei Arbeitsaufenthalten am Glasofen entstanden sind. Sie belegen das hohe künstlerische und technische KnowHow, auf welches sie zurückgreifen können.
Neben Hohlgläsern nach historischem Vorbild entstanden im Glasturm in den vergangenen Jahren Objekte und Installationen, die die Vielfalt deutlich machen.
 

 

 


 

 

Malerei - "vom Glas inspiriert" Glaskunst auf Leinwand

 

verschoben auf Herbst 2021

(genauer Termin wird noch bekannt gegeben)

 

 

Angelika Boettcher inspiriert von Rachel Daeng NgalleRachel Daeng Ngalle: Going around in circles„KUquadrat – Kunst und Kulinarisches“, so nennt sich eine Künstlergruppe aus dem Nordhessischen Grebenstein, in der sich zehn Maler und Malerinnen zusammengeschlossen haben. Gemeinsam besuchen sie Kurse für freies Malen in den Techniken Aquarell und Acryl bei Maja Nishiyama und Ingo Küpper. Die beiden bieten seit 2001 in ihrem Atelier Lehrgänge für Hobbymaler an. Die Künstlergruppe, die ihre Bilder im Glasmuseum Immenhausen ausstellt, malt seit Jahren zusammen und weil der Spaß im Vordergrund stehen soll, gibt es zu jedem Maltermin auch etwas zu Essen und zu trinken. Auf der gemeinsamen Homepage stellen die zehn Maler daher nicht nur Ihre Bilder, sondern auch ihre Lieblingsrezepte vor.

Nach mehreren gemeinsamen Kunstprojekten haben sich die Maler im vergangenen Jahr entschlossen, das Projekt „Glas“ in Angriff zu nehmen. Besuche im Glasmuseum inspirierten sie zum Malen dieses Werkstoffs. Allerdings ist es nicht ganz einfach, dieses fragile Material auf die Leinwand zu bekommen.

 

Monika Drube inspiriert von Sylvia KopkaSylvia Kopka: Playground 2Die Künstler haben es jedoch geschafft, die Transparenz der Glasobjekte einzufangen und haben ganz unterschiedliche Objekte zum Bildthema gemacht: Mal ist es einer der Briefbeschwerer, die in der Glashütte in Immenhausen nach Feierabend aus dem letzten Rest flüssigen Glases und bunten Glasresten entstand, mal ist es Gebrauchsglas wie eine Gruppe Einkochgläser, dann sind es aber auch die Kunstobjekte, die faszinierten.

Das mit zwei Rücken an Rücken sitzenden Personen besetzte Boot in Pate de Verre Technik mit dem Titel „Going arround in circle“ der Niederländerin Rachel Daeng Ngalle ist im Bild von Angelika Böttcher direkt an den Nordpol geschippert, in der Malerei von Monika Drube ist die Leichtigkeit des Objekts „Playground“ von Sylvia Kopka deutlich zu erkennen.

 

Wenn das Museum nach der Corona-Schließung wieder geöffnet ist, können sich die Besucher auf eine spannende Ausstellung freuen, in der Glas und Malerei eine interessante Verbindung eingehen.