Teilen auf Facebook   Teilen auf Twitter   Als Favorit hinzufügen   Link verschicken   Druckansicht öffnen
 

Nachruf

Immenhausen, den 28. 12. 2020

 

Herr Werner Wiegand
Ehrenstadtverordnetenvorsteher der Stadt Immenhausen


ist am 15. Dezember 2020 im Alter von 96 Jahren verstorben. 

 

Die Stadt Immenhausen verliert mit ihm eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die die Geschicke der Stadt in beachtlichem Maße geprägt hat. 
Sein berufliches, politisches und soziales Engagement, sein historisches Werk, sowie die Art des persönlichen Umgangs mit seinen Mitmenschen haben ihm höchste Wertschätzung zuteil werden lassen. 
Werner Wiegand wurde mit der goldenen Ehrennadel und dem Wappenring der Stadt Immenhausen ausgezeichnet. Er erhielt das Bundesverdienstkreuz, die goldenen Ehrennadeln der TSV 1889/06, der Schützengilde und die Deutsche Feuerwehrmedaille.
Seine Verdienste um die Stadt Immenhausen wurden mit der Ernennung zum Ehrenstadtverordnetenvorsteher gewürdigt.

 

Werner Wiegand kam 1963 als Schulleiter nach Immenhausen. Die Weiterentwicklung der Volksschule mit Realschulzweig, der Bau der Mittelpunktschule, der späteren additiven Gesamtschule im Jahr 1974, sind eng mit seinem Namen verbunden. Als Direktor dieser erfolgreichen Schule wurde er 1984 in den Ruhestand verabschiedet.

 

Fast 30 Jahre lang war Werner Wiegand als Mitglied der SPD kommunalpolitisch engagiert. Er war vom 1964 - 1968 Stadtrat und von 1968 - 1993 Stadtverordnetenvorsteher. In diesen 25 Jahren war er an wichtigen Entscheidungen beteiligt, die er maßgeblich geprägt hat, wie z.B. den Gemeindezusammenschluss mit Holzhausen und Mariendorf, die Baumaßnahmen Bürgerhaus Holzhausen, Hallen- und Freibad, Sportzentrum, Glasmuseum und AKKU in Immenhausen, die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm mit den Sanierungsvorhaben 
Alte Schule, Hospital, sowie die Baumaßnahmen Dorfgemeinschaftshaus und Reithalle in Mariendorf.

 

Seine Aufgabe als Parlamentschef hat er mit Kompetenz, Fairness, Toleranz und Augenmaß gemeistert, seine Überzeugungen mit großer Beharrlichkeit vertreten und dadurch die Anerkennung über die Parteigrenzen hinweg erfahren.

 

Der Beschäftigung mit der Geschichte der Stadt Immenhausens und der Region aber auch der Erforschung der Vereinsgeschichte der Schützengilde, der Feuerwehren und der Sozialdemokratie in Immenhausen widmete sich Werner Wiegand in seinem Ruhestand mit hohem persönlichen Einsatz.
Seiner Initiative ist die Gründung der "Kommission Heimatgeschichte und Denkmalpflege" zu verdanken, die noch heute aktiv ist und eine 24-bändige Schriftenreihe herausgegeben hat. Davon wurden 11 Bände von Werner Wiegand verfasst. 
Die Gestaltung des Ausstellungsraumes zur Stadtgeschichte, die Informationstafeln an historischen Gebäuden, der historische Stadtspaziergang und die inhaltliche Erarbeitung zur Glasgeschichte im Museum tragen Werner Wiegands kreative Handschrift. Ihm ist es gelungen, Stadtgeschichte allgemeinverständlich und dennoch wissenschaftlich fundiert zu dokumentieren, was ihm hohe Anerkennung aus Fachkreisen eingetragen hat.

 

Als sozial engagierter Mensch war Werner Wiegand in zahlreichen Vereinen engagiert. Er war von 1983 bis 1993 Mitglied im Verwaltungsrat der Lungenfachklinik Philippstiftung und von 1995 - 2005 stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Mit entschieden hat er in dieser Zeit die Baumaßnahmen der Philippstiftung "Betreutes Wohnen" und die Errichtung des Pflegeheimes.

 

Wir trauern mit den Angehörigen um einen besonders verdienten Bürger unserer Stadt, den wir in dankbarer und ehrender Erinnerung behalten werden.

 

 

Für die Stadtverordnetenversammlung
Werner Desel, Stadtverordnetenvorsteher

 

Für den Magistrat

Jörg Schützeberg, Bürgermeister