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Ausstellungen 2014


Glasklar - Glaskunst
aus dem Glasmuseum Immenhausen

08. Dezember 2013 bis 6. Juli 2014 und vom 07. Oktober 2014 bis 10. Januar 2015

 

Uta Majmudar, Aktentasche   Behrens, Underwater World
Raymond Plate, Coupe Hans- Gottfried Stockhausen, Urei Zuber, Tete

Die moderne Glaskunst, auch „Studioglaskunst“ genannt, nimmt einen breiten Raum in der Museumssammlung ein und ist mittlerweile auf weit über 200 Objekte angewachsen. Leider können diese außergewöhnlichen Stücke aus Platzgründen nicht ständig präsentiert werden.
Die jetzt gezeigten Objekte geben einen Einblick in diese prächtige Sammlung: es sind experimentelle Arbeiten aus den Anfängen der Studioglasbewegung ebenso wie in unterschiedlichen Techniken gefertigte Werke internationaler Künstler.


Neben Schalen und Vasen gibt es Skulpturen aus Glas und Glasbilder. Unterschiedlichste Bearbeitungsvarianten von Sandguss über Schliff, Gravur und verschiedenen Schmelztechniken bis hin zur traditionellen Glasmalerei sind zu sehen. Die vielfältige und farbenfrohe Ausstellung ist ein wahrer Augenschmaus für die Besucher und lädt zum Sehen und Staunen ein.

 

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Schön bis zum Schluss

Design in der Glashütte Süßmuth

2013 bis 6. Juli 2014

 

Bis zum 06. April 2014 ist im Glasmuseum eine kleine Sonderaustellung zu sehen, die sich mit dem Glasdesign der Süßmuth-Manufaktur von 1970 bis 1996 beschäftigt.

 

Richard Süßmuth war als Glasschleifer und Hüttenherr nicht nur der Namensgeber der letzten Glashütte in Immenhausen. Bis auf wenige Ausnahmen hat er auch alle Produkte, die in Immenhausen hergestellt wurden, selbst entworfen.

 

Wentel, RioGegen Ende der 1960er Jahre wurde es jedoch für die lange erfolgreich arbeitende Manufaktur immer schwieriger, sich mit handwerklich gearbeiteten Glaswaren zu behaupten. Der Markt wurde von automatisch geblasenem Glas und maschinell hergestellten, billigeren Importgläsern beherrscht. Auch der Zeitgeschmack der Kunden veränderte sich.

 

Baumann, KasselDie dünnwandigen und schlichten Gläser, die für den Süßmuth-Stil so typisch waren, fanden nicht mehr den Kundengeschmack, zunehmend war dickwandiges und schweres, an das skandinavische Design erinnernde Glas gefragt. Richard Süßmuth begann deshalb bereits im Jahre 1968, mit dem Designer Hans Theo Baumann an der Neuausrichtung des Süßmuth-Glases zu arbeiten. Die erfolgreiche Serie "Kassel" entstand.

 

Nach der Übernahme der Hütte durch die Belegschaft im März 1970 wurden zunächst die erfolgreichen Süßmuth-Entwürfe weiter produziert. Um aber auf dem Markt dauerhaft bestehen zu können, war eine weitere Zusammenarbeit mit anderen Designern notwendig.

Holmgren, Eisperle

Die Dänen Jørgen Kastholm und Christel & Christer Holmgren wurden deshalb als Entwerfer in Immenhausen verpflichtet und entwickelten eine Reihe von Glasserien, die sich durch eine eher rustikale Form, verbunden mit nordischer Schlichtheit, von der Süßmuth-Kollektion absetzten, aber durchaus noch ins Programm passten.

 

Norbert Prangenberg, ArabeskNorbert Prangenberg, Entwerfer in der Glashütte Peill & Putzler, entwarf in den 70er und 80er Jahren zahlreiche, zum Teil sehr erfolgreiche Glasserien. Seine Formen waren, angepasst an den Zeitgeschmack, etwas weniger streng. Die Serien "Arabesk" und "Magnolie" zeigen leicht barocke Formen und heben sich durch die anspruchsvolle handwerkliche Arbeit wohltuend von den Automatengläsern der Konkurrenz ab.

 

Diemann, DuoAuch mit Susanne Diemann, Walter Wenzl, Christian Späth und Friedel Deventer wurde die erfolgreich begonnene Zusammenarbeit mit bekannten Designern fortgesetzt. Viele der Entwürfe aus dieser Zeit wurden mit Ehrungen und Auszeichnungen versehen. Zimmermann, ImperioDie Entwicklung während der späten 80er Jahre bis hin zur Stillegung der Hütte weist in eine stark künstlerisch geprägte Richtung, die sich deutlich vom industriell hergestellten Massenprodukt der ausländischen Konkurrenz abgrenzt. Handwerklich aufwendig hergestellte Formen und Dekore, die die manuelle Bearbeitung erkennen lassen, zeichneten bis zum Schluss die Erzeugnisse der Süßmuth-Hütte aus. Sipek, GlasdansBesonders die Entwürfe des auch als Glaskünstler bekannten Jörg F. Zimmermann und des Tschechen Borek Šipek machen deutlich, dass Glas als Skulptur und Kunstwerk verstanden wird, was ein von Automaten hergestelltes Glas nicht sein kann.

 

Die Ausstellung dokumentiert durch ausgewählte Beispiele die Design-Geschichte der Glashütte Süßmuth während der letzten zwanzig Jahre ihres Bestehens, bevor sie im Herbst 1996 stillgelegt wurde.

 


 

Das Gold der Ostsee - Bernstein zu Gast im Glasmuseum
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bernsteinmuseum
Ribnitz-Damgarten

12. April bis 07. September 2014


TrachtenkettenZum ersten Mal zeigt das Glasmuseum das „nichtgläserne“ Material Bernstein. Es ist teilweise ähnlich durchscheinend wie Glas und wird künstlerisch bearbeitet. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten wird das „Gold des Nordens“ in allen Aspekten der Natur- und Kulturgeschichte präsentiert. Besondere Attraktionen sind einmalige Bernsteineinschlüsse und wertvolle Bernsteinkunstwerke des 16. und 17. Jahrhunderts sowie Schmuck und künstlerische Bernsteinarbeiten der Gegenwart.

 

Bernstein, in Millionen von Jahren aus dem Harz von Nadelhölzern entstanden, gehört zu den ältesten Schmucksteinen der Welt. Es gibt ihn in allen gelb- bis goldenen Farbschattierungen vom undurchsichtigen Hellgelb bis zum transparenten Goldbraun. Bernstein kann auf der ganzen Welt gefunden werden, aber das Baltikum gehört zu den bekanntesten Gegenden, in denen das „Gold der Ostsee“ am Strand gesammelt oder aus dem Wasser gefischt und bearbeitet wird.

 

Bernstein fasziniert Biologen und Naturwissenschaftler, weil sich in den Harzen Insekten und Pflanzenteile erhalten haben. In den sogenannten „Inklusen“ überdauern Millionen Jahre alte Fossilien und geben einen dreidimensionalen Blick auf frühe Erdbewohner frei. Bernstein ist aber auch einer der ältesten Schmucksteine, wie Grabbeigaben aus der Bronzezeit und aus Ägypten belegen.


Seit Mitte des 13. Jahrhunderts hatte der Deutsche Orden in Ostpreußen das Monopol auf die Nutzung der Bernsteinfunde aus der Ostsee. Im sogenannten „Bernsteinland“ waren Bernsteindreher und –schnitzer ansässig, die vor allen Dingen als Paternostermacher Rosenkränze für den Orden fertigten. Bernstein entwickelte sich zu einem wichtigen Handelsgut.
In der Reformationszeit nahm die Herstellung von Rosenkränzen stark ab und den Bernsteindrechsler drohte das Aus. Als neuer Arbeitsbereich trat nun verstärkt das Kunsthandwerk aus Bernstein in den Fokus. Becher, Schalen, Brettspiele, Pfeifen und Besteckgriffe wurden nun aus Bernstein gearbeitet. Im 16. und 17. Jahrhundert erreichte die Bernsteinschnitzkunst ihren Höhepunkt, sie gipfelte im bekannten „Bernsteinzimmer“, welches der preußische König Friedrich Wilhelm I. dem russischen Zaren Peter I. zum Geschenk machte.


Im 18. und 19. Jahrhundert hielt Bernsteinschmuck Einzug in die Volkskunst und wurde zu Hochzeits- und Brautketten verarbeitet.


Verbesserte Fördermethoden im 19. Jahrhundert machten Bernstein erschwinglich und durch die teilweise industrielle Bearbeitung zu einem Massenartikel nicht nur in der Schmuckgestaltung.

Heute hat Bernstein auch Einzug in die moderne Kunst gefunden und bietet neue Anwendungsmöglichkeiten. Ausgefallene Schmuckstücke, aber auch Skulpturen und Objekte entstehen aus dem faszinierenden Material.

 

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Glaskunst der Niederlande
26. Juli bis 5. Oktober 2014

 

Simsa Cho, Raijin Rini Ronckers, Bella Jelena Popadic Esther Joskoot, Ravo
Richard Price, Deer Gabrielle van-de-Laak Fleur van-den-Berg, SURROUNDCLOSURE Bibi Smit

 

Frank Van-den-HamIn den vergangenen Jahren wurde im Glasmuseum wiederholt ein Land oder eine Region inner- oder außerhalb Deutschlands mit seinen Glaskünstlern und ihren Arbeiten vorgestellt. Jetzt soll das Nachbarland Niederlande in den Fokus rücken.

 

Barbara Nanning, Royal PumpkinDas Glasmachen hat in den Niederlanden eine lange Tradition. Bereits im 16. Jahrhundert werden die Gläser „à la façon de Venise“ berühmt, jene aufwändig gefertigten Tafelgläser in der Tradition der venezianischen Flügelgläser, mit denen die holländischen Kaufleute bis nach Übersee Handel trieben. Auf niederländischen Stillleben des 17. Jahrhunderts sind diese Gläser in eindrucksvoller Weise zu entdecken.

 

JanHein van-Stiphout, KillingFieldFür die lebendige Glasszene in den Niederlanden heute spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Da ist zum einen die Glasfabrik in Leerdam mit einer Tradition seit 1765.


Einer der bedeutendsten niederländischen Glaskünstler des 20. Jahrhunderts, Andries Dirk Copier, war hier als Entwerfer zunächst für Gebrauchsglas tätig, später entwickelte er mit den Glasmachern am Ofen die Serie „Unica“ mit Unikatgläsern, die zu den Vorläufern des Studioglases zählen können. Noch heute wird in der Glashütte Royal Leerdam Glas hergestellt.


Menno Jonker1953 wird die Stiftung Nationales Glasmuseum Leerdam gegründet. In dem Museum mit einer umfangreichen Glassammlung finden wechselnde Ausstellungen statt, außerdem gibt es eine angeschlossene Glashütte, wo auch Künstler arbeiten.


Mieke Groot1943 wurde in Leerdam die erste niederländische Glasfachschule gegründet. An der Kunstgewerbeschule Amsterdam, heute die Gerrit Rietveld Akademie, errichtete der Glaskünstler Sybren Valkema 1965 den ersten Studioglasofen und führte den Studiengang „Glas“ ein. Zahlreiche in der Ausstellung beteiligte Künstler haben an der Gerrit Rietveld Akademie ihre glaskünstlerische Ausbildung erhalten.


Rachel-Daeng-Ngalle, Going around in circlesIn mehreren privaten Glasstudios bieten Künstler Workshops und Unterricht an, diese Studios verfügen über umfangreich ausgestattete Werkstätten für alle Bereiche der Glaskunst.
Durch diese und zahlreiche andere Glas-“Knotenpunkte“ hat das künstlerisch bearbeitete Glas in den Niederlanden einen hohen Stellenwert und präsentiert sich in einer beeindruckenden Fülle unterschiedlicher Glaskünstler.

 

Sabine LintzenDie Ausstellung gibt einen kleinen Überblick über derzeit in den Niederlanden mit dem Material Glas arbeitende Künstlerinnen und Künstler.

 

An der Ausstellung beteiligt sind:
Simsa Cho, Rachel Daeng Ngalle, Mieke Groot, Esther Jiskot, Menno Jonker, Sabine Lintzen, Barbara Nanning, Jelena Popadic, Richard Price, Rini Ronckers, Bibi Smit, Fleur van den Berg, Gabriëlle van de Laak, Frank van den Ham, Willem van Oijen und JanHein van Stiphout.

 

 

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