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Ausstellungen 2007

 

Feuerspiele: Gläser - Masken - Bilder

Werke von Hans Jürgen Westphal
16. September 2006 bis 18. Februar 2007

 

 

Hans-Jürgen Westphal wurde 1952 in Gokels im Kreis Rendsburg geboren. Der heute in Keitum auf Sylt lebende Künstler verließ den Norden Deutschlands, um in Wuppertal eine Lehre zum Glasapparatebläser zu absolvieren. Bis 1977 war er als Geselle im Ruhrgebiet tätig, dann schloss sich eine weitere Ausbildung an der Staatlichen Glasfachschule im hessischen Hadamar an, die er mit der Meisterprüfung beendete. Seit 1975 betrieb er in Wuppertal eine eigene Werkstatt, die er 1979 nach Sylt verlegte. Hier ist er seitdem als freischaffender Künstler und aktiv in der Kulturpolitik der Insel tätig.

 

Schon früh hat er neben der Lampenglasgestaltung nach weiteren Ausdrucksmöglichkeiten für seine künstlerische Arbeit gesucht. Ein Atelier mit Schmelzwerkstatt in Neukirchen in Nordfriesland ermöglicht ihm seit 1994 eine Ausweitung seiner gestalterischen Tätigkeit in den Schmelzglas-Bereich

 

Seitdem ist er in den unterschiedlichsten Feldern der Glaskunst tätig.

 

Die Ausstellung macht mit der Vielseitigkeit des Künstlers bekannt. Es werden nicht nur Lampenglasobjekte präsentiert, sondern auch in Fusing- und Sandgusstechnik gearbeitete große Stelen und andere Objekte.

 

Veröffentlichungen

 


 

Schott und die Burg
Die Burg Giebichensteiner
Entwürfe für Jenaer Glas 1925 bis 2005

3. März bis 20. Mai 2007

 

Die Ausstellung „SCHOTT UND DIE BURG“ dokumentiert über den Zeitraum von 1925 bis 2005 die Zusammenarbeit von Hochschullehrern, Studenten und Absolventen der renommierten Hochschule für Kunst & Design, Burg Giebichenstein in Halle mit dem Glaswerk SCHOTT in Jena und belegt den Einfluss der „Burg“-Designer auf das gestalterische Erscheinungsbild des „JENAer Glases“.

 

Otto Schott und Ernst Abbe gründeten 1884 zusammen mit Carl und Roderich Zeiss in Jena das Glaswerk SCHOTT. Hier wurde das weltbekannte JENAer Glas entwickelt, ein hitzebeständiges und chemisch resistentes Borosilikatglas.

 

Anwendung fand dieses neue Glas zunächst in der Thermometer-Herstellung und in der Produktion von Laborgläsern, doch versuchte SCHOTT nach dem ersten Weltkrieg, sich mit neuen Glasprodukten für den modernen Haushalt einen Markt zu schaffen.

 

Zu Beginn der 1920er Jahre knüpfte Erich Schott, Sohn des Firmengründers, Kontakte zu Gerhard Marcks, der an der renommierten Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle lehrte. Diese war 1915 gegründet worden, stützte sich auf die Ideen des Deutschen Werkbundes und war auch vom Bauhaus inspiriert.

 

Die von Marcks 1924/25 entworfene Sintrax Kaffeemaschine legte den Grundstein für ein umfassendes Design für Hauswirtschaftsglas aus Jena.

 

Mitarbeiter und Absolventen der „Burg“ lieferten seitdem Entwürfe für das neue Gebrauchsglas, das durch innovative Formen und Konzepte im Hauswirtschaftsglas schnell bekannt wurde und als feuerfestes Glas noch heute seine Bedeutung hat.

 

Der Zweite Weltkrieg führte zu einem Bruch in der Unternehmensgeschichte. Während in Jena das Werk enteignet wurde und später unter der Bezeichnung „Saale-Glas“ wieder produzierte, wurde 1952 von ehemaligen Mitarbeitern aus Jena das Glaswerk SCHOTT in Mainz gegründet.

Die getrennten Wege führten auch zu einer Konkurrenzsituation auf dem Glasmarkt. Während im Westen Deutschlands Heinrich Löffelhardt als Nachfolger von Wilhelm Wagenfeld für die Firma SCHOTT entwarf, gestaltete Ilse Decho in den 1960er Jahren für den VEB Jenaer Glaswerke Schott & Gen. ein neues feuerfestes, modular konzipiertes Deckel-schüsselprogramm sowie, analog zu Heinrich Löffelhardt im westlichen Schott-Werk, ein Teeservice.

 

Unter Hans Merz entwickelte sich die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Hochschule auf dem Gebiet der industriellen Formgestaltung weiter. Es entstanden neue Produkte und Ergänzungen zu den Teegeschirren wie Gebäckdosen, Kerzenleuchter und Rumflaschen.

 

Auch nach der Wende beschäftigte das Glaswerk Designer von der „Burg“ und präsentierte mikrowellengeeignete Schalen, Schüsseln mit Deckel, Popcorn-Maker, Stapeltassen und vieles mehr.

Die Entwicklungsleistungen der „Burg“-Designer illustrieren ebenso wie die Gläser selbst ein bedeutendes Kapitel deutscher Alltagskultur im 20. Jahrhundert. Die Ausstellung macht auch mit einem Stück Designgeschichte aus der ehemaligen DDR bekannt und ermöglicht dem Besucher, Parallelen zur Entwurfsarbeit im Westen und im Osten zu ziehen.

 

Veröffentlichungen:

  • Externer Katalog

 


 

WIEDERSEHEN -
20 Jahre Glasmuseum Immenhausen
verlängert bis Jahresende 2007
Museumsfest mit Ausstellungseröffnung

 

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Glasmuseums im Jahr 2007 findet in Immenhausen eine große Sonderausstellung statt, in der Rückblick auf 20 Jahre Museumsarbeit gehalten wird.

Die Geschichte des Museums begann 1982, als in Immenhausen die „Gesellschaft der Freunde der Glaskunst Richard Süßmuth e.V.“ gegründet wird. Dieser Verein setzte sich das Ziel, in unmittelbarer Nähe der damals noch aktiven Glashütte Süßmuth in Immen-hausen ein Glasmuseum einzurichten und zu betreiben. Es vergingen fünf Jahre, bis das Museum in städtischer Trägerschaft im September 1987 offiziell eröffnet und die erste Sonderausstellung zum Thema „Junge Glaskunst in Deutschland“ gezeigt wurde.

Seitdem fanden fast 100 Sonderausstellungen statt, die sich mit unterschiedlichen The-men der Glaskunst oder Glasgeschichte, aber auch mit verschiedenen Glaskünstlern aus dem In- und Ausland oder besonderen Herstellungstechniken befassten.

Das Bestreben der Museumsleitung ist es in all den Jahren gewesen, als „Beleg“ Objekte aus den Sonderausstellungen für die Sammlungen zu erwerben.

Jetzt werden unter dem Titel „WIEDERSEHEN – 20 Jahre Glasmuseum“ zum einen knapp 100 Objekte, darunter auch etliche Glasfenster, aus dem Bereich der modernen Glaskunst gezeigt, die mit den zahlreichen Ausstellungen verbunden sind. Darunter befin-den sich Arbeiten so bekannter Glaskünstler wie Harvey K. Littleton aus den USA, Erwin Eisch aus Frauenau im Bayerischen Wald oder Jean-Paul Raymond aus Frankreich, aber auch eine respektable Sammlung deutscher Glaskunst, die nicht ständig ausgestellt ist und so jetzt zu einem - vielleicht unverhofften – Wiedersehen, führen kann.

Auch aus dem Bereich des Gebrauchsglases sind zahlreiche Trinkglasserien, Vasen und Schalen zu sehen, die die Entwicklung des Designs in Deutschland und Europa anschau-lich machen und Veränderungen im Zeitgeschmack aufzeigen.

Ausgewählte Plakate, Begleithefte und Kataloge sollen neben den Objekten an die Ausstellungen erinnern und sie dem Besucher noch einmal ins Gedächtnis rufen.

 

Download:

 


 

Collagen aus Papier und Glas –
ein Spiel mit Licht und Farben

Arbeiten von Hanna Bräuning
1. September 2007 bis 13. Januar 2008

 

Mit der Präsentation der Collagen und Glasbilder von Hanna Bräuning widmet sich das Glasmuseum wieder einmal einer Künstlerin aus der Region.

 

Hanna Bräuning stammt aus Westfalen, wurde 1934 in Bielefeld geboren und ging dort zur Schule. Zeichnungen aus Kindertagen belegen schon früh ihr künstlerisches Talent, in der Ausbildung zur Schriftlithographin setzte sich dieses Interesse fort.

 

Heirat, 1960 der Umzug ins hessische Habichtswald-Dörnberg und die Erziehung ihrer Kinder unterbrachen sowohl ihre berufliche als auch künstlerische Laufbahn.

 

Erst zu Beginn der 1980er Jahre beschäftigte sie sich wieder mit der Kunst. Sie begann ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Kassel.

 

Zahlreiche Ausstellungen belegen seit 1980 ihre künstlerische Aktivität. Bei ihrer Malerei machte sie sich den Realismus des 18. Jahrhunderts zum Vorbild, es entstanden sehr lebensnahe, großformatige Darstellungen von Menschen mit den Attributen ihrer Berufstätigkeit, die bis ins Detail in Szene gesetzt wurden, so dass sie fast wie ein Foto wirken. Der Apfel wird zu einem ihrer Hauptmotive. In Form eines klassischen Stillebens steht er in knackiger Frische für das pralle Leben, als verfaulter oder abgegessener Rest ist er ein Symbol für die Vergänglichkeit.

Seit 1991 befasst sich Hanna Bräuning aber auch mit einem anderen, bislang in ihrem Oeuvre wenig bekannten Bereich der Bildenden Kunst. Ihre neue Ausdrucksform ist die Collage, bei der sie in intensiven Farben bemalte, große Papierflächen oft kontrastreich nebeneinander setzt. Die Pinselstrukturen sind erkennbar, wodurch eine zusätzliche Spannung erreicht wird. Es entstehen fröhliche Bilder, die durch die gekonnte Farbwahl, die ausgewogenen Proportionen und die spannungsreiche Kontrastierung sehr harmonisch wirken. Die Arbeiten tragen keine Titel, so dass der Betrachter reichlich Gelegenheit findet, sich in die Farben und Formen zu versenken, den Gedanken freien Lauf zu lassen und zu eigenen Interpretationen zu gelangen.

 

Die Ausstellung zeigt über 30 dieser Collagen, die in ihrer Farbwirkung beeindruckend sind.

 

Einige Arbeiten wurden durch die Glasmalereiwerkstatt Peters in Paderborn in Glas umgesetzt, so dass den Besucher faszinierende Arbeiten in Glas und auf Papier erwarten.

 


 

Schniefen - Schnupfen - Schnäuzen
Kleine Gläser für den Schnupftabak

3. November 2007 bis 13. April 2008

 

 

Fast 300 Schnupftabakfläschchen werden in der Sonderausstellung im Glasmuseum präsentiert, ein Sammlungsgebiet, das im Norden Deutschlands bisher eher unbekannt ist.

 

Schnupftabak wurde Mitte des 16. Jahrhunderts in Europa eingeführt, obwohl schon Kolumbus 1496 von dessen Gebrauch auf der Insel Haiti berichtete. Die erste Schnupftabak-Manufaktur der Welt entstand 1677 in Spanien. In Deutschland war Schnupftabak lange Zeit nur als Importware in Apotheken erhältlich, erst 1733 wurde die erste Fabrik in Offenbach errichtet.

 

Anfang des 19. Jahrhunderts nahm der Konsum von Rauchtabak gegenüber dem Schnupftabak zu, so dass es heute in Deutschland nur noch fünf Hersteller gibt. Allerdings wird derzeit eine Wiederbelebung des „Schnupfens“ beobachtet.

 

Schnupftabakgläser sind aus dem Bayerischen Wald seit dem 17. Jahrhundert bekannt, doch wurden sie nahezu zeitgleich auch in anderen Gegenden Europas und sogar in China hergestellt.

Ursprünglich als einfaches Gebrauchsglas für die Aufbewahrung von Schnupftabak produziert, stellten sie schon bald für die Glasmacher und -veredler eine Herausforderung in Hinsicht auf Form, Farbe und Dekor dar. Durch den Wettstreit, der bei der Ausgestaltung der Tabakgläser entbrannte, gelangte die Herstellung und Dekorgestaltung zu hoher Perfektion. Bald schon wurden die kleinen „Bixel“ zu einem begehrten Sammlerobjekt, und nicht selten sind Privatsammlungen anzutreffen, in den eine Vielzahl an Gläsern in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Verzierungen zu finden sind.

 

Teile einer großen Privatsammlung werden in dieser Ausstellung zu sehen sein.