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Ausstellungen 2006

 

Licht und Rausch:
Weingläser aus vier Jahrhunderten

 

Aufklärung und Romantik:
Samuel Thomas Soemmerring
Mediziner, Naturwissenschaftler und Erfinder


25. Februar 2006 bis 1. Mai 2006

 

Am 25. Februar 2006 wird um 15.00 Uhr im Glasmuseum Immenhausen die erste Sonderausstellung des neuen Jahres eröffnet. Sie wird bis zum 1. Mai 2006 zu sehen sein.

 

„Licht und Rausch“ ist der Titel einer privaten Sammlung von Weingläsern aus den vergangenen vier Jahrhunderten bis zur Gegenwart, die die Gläser nach unterschiedlichen Themenbereichen präsentiert und so die Entwicklung der Trinkkultur und der Glastypen verdeutlicht.

 

Noch Anfang des 18. Jahrhunderts z.B. war es nicht üblich, dass jeder Tischgast sein eigenes Trinkglas zur Verfügung hatte. Der Weg vom Gemeinschaftsglas zum individuellen Trinkgefäß und zu kompletten Gläsersätzen ist nur ein Aspekt, der in der Ausstellung angesprochen wird. Auch wird die Entwicklung vom „Römer“ mit der kugeligen Kuppa und dem mit Beerennuppen verzierten Schaft, der im 16. Jahrhundert vorherrschte, bis hin zu den Spitz- und Perlenkelchen des 18. Jahrhunderts mit eingeschlossenen Luftblasen dargestellt. Dass eine Steuer auf Glas den Ausschlag gab für die Veränderung der Gefäßformen vom schweren Pokal mit dickem Schaft und Fuß zu zierlichen, dünnwandigen Kelchen ist sicherlich ebenso interessant wie die Tatsache, dass die Ausbildung von Portweingläsern einen politischen Hintergrund hatte. „Venezianische“ und „böhmische“ Gläser zeigen die ganze Pracht und Vielfalt der gestalterischen Möglichkeiten der Glasmacher.

 

Der Historismus des 19. Jahrhunderts, der nicht nur einzelne Elemente aus vergangenen Epochen kopierte, sondern diese mischte und nach Belieben kombinierte, brachte eine ganze Reihe „Historismus-Römer“ hervor, die auf frühere Glasformen Bezug nehmen. Das 20. Jahrhundert mit seinen unterschiedlichen Formen von floralen Jugendstil bis zum Neoklassizismus bereitete den Weg zum Funktionalismus der Werkbund- und Bauhauszeit. Gläser aus der zeitgenössischen Produktion runden die historische Präsentation ab, so dass die Besucher einen hervorragenden Überblick über vier Jahrhunderte Glasgestaltung und deren Wandel miterleben können.

 

Parallel dazu werden in einer Ausstellung des Westpreußischen Landesmuseums Münster Leben und Werk des universalen Forschers Samuel Thomas Soemmerring mittels Portraits, Urkunden, Autographen, Medaillen, Silberarbeiten und Erstdrucken vorgestellt. Sie vermittelt zudem Einblicke in die Wissenschafts- und Kulturgeschichte der Goethezeit („Aufklärung und Romantik“), deren bedeutendster deutscher Anatom der 1755 in Thorn an der Weichsel geborene Soemmerring war. Zu seinen Freunden zählten Blumenbach, Lichtenberg, Georg Forster, Jacobi, Goethe, die Brüder von Humboldt und Fraunhofer. Bereits mit seiner Göttinger Dissertation revolutionierte Soemmerring die Hirnforschung. Als Medizinprofessor entdeckte er in Kassel die Sehnervenkreuzung im Säugetierhirn, ließ dort den ersten deutschen Freiballon steigen und verfasste grundlegende Schriften zur Anthropologie und Embryologie. Der später bedeutendste Professor der Mainzer Universität führte als praktischer Arzt in Frankfurt am Main die Pockenschutzimpfung ein, erfand in München den elektrischen Telegraphen und avancierte zu einem führenden deutschen Paläontologen. Bei seinen chemischen Experimenten beschäftigte sich der 1830 in Frankfurt gestorbene Soemmerring auch erfolgreich mit der künstlichen Alterung von Wein.

 


 

GLAS 2006
3. Immenhäuser Glaspreis
Wettbewerb zur zeitgenössischen Glaskunst in Deutschland

13. Mai bis 3. September 2006 im Glasmuseum Immenhausen

 

Im Jahr 2000 fand in Immenhausen eine Überblicksausstellung zur Glaskunst in Deutschland statt, die zur Jahrtausendwende eine Art Bestandsaufnahme zur Situation und zum Entwicklungsstand des zeitgenössischen Glases bot. Über 80 in Deutschland lebende und arbeitende Künstlerinnen und Künstler stellten sich vor sechs Jahren diesem mit drei Preisgeldern ausgelobten Wettbewerb.

Der überaus große Erfolg, den die Präsentation nicht nur in Künstler- und Fachkreisen, sondern vor allem bei den Museumsbesuchern hatte, war der Auslöser für die Einrichtung des „Immenhäuser Glaspreises“, der im dreijährigen Rhythmus und in diesem Jahr zum dritten Mal vergeben wird.
 

Ausgelobt sind wieder drei Preise. Sie werden durch die Preisstifter - dem Magistrat der Stadt Immenhausen, ART regio, dem Kulturengagement der SparkassenVersicherung und der Stadtsparkasse Grebenstein - in einer Finissage am 3. September 2006 an die Künstler übergeben. Darüber hinaus sind die Besucher der Ausstellung aufgerufen, sich an der Wahl des „Publikumspreises“ zu beteiligen.
 

Am Wettbewerb und an der Ausstellung sind in diesem Jahr knapp 100 Künstlerinnen und Künstler mit über 170 Arbeiten beteiligt, die alle nach dem Jahr 2003 entstanden und noch nicht in einer öffentlichen Ausstellung gezeigt worden sind. Sie machen die ganze Bandbreite der glasgestalterischen Arbeit in Deutschland deutlich. 50 der Künstler waren bereits am Wettbewerb und der Ausstellung im Jahr 2003 beteiligt, 30 Künstlerinnen und Künstler sind sogar zum dritten Mal dabei. So sind aufschlussreiche Vergleiche möglich.

Das Ziel der Ausstellung ist es wieder, einen Überblick über die Spannbreite der aktuell in Deutschland mit dem Material Glas arbeitenden Künstlerinnen und Künstler zu gewinnen und die vielfältigen, z.T. durch neue technische Voraussetzungen möglichen Bearbeitungsarten zu dokumentieren. Dabei sollten nicht nur prominente Namen auftreten, sondern auch bewusst junge, bisher weniger bekannte Glasgestalter angesprochen werden, die sich mit ihren Arbeiten bewerben und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Besonders erfreulich ist, dass sich in diesem Jahr erstmals auch Studenten des Instituts für Künstlerische Keramik und Glas an der Fachhochschule in Koblenz am Wettbewerb beteiligen.
 

Die ausgestellten Arbeiten stammen, wie es auch die Ausschreibung vorsah, aus allen Bereichen der Glasgestaltung. Es sind zahlreiche Gefäßvarianten zu sehen; teilweise sind sie am Ofen mit heißem Glas gestaltet oder vor der Lampe geblasen, auch gibt es Kombinationen aus beiden Techniken. Auf dem skulpturalen Feld sind Objekte vertreten, die auf besonders hohem künstlerischen Niveau mit dem Material Glas gestaltet sind. Glasfenster, bei denen die traditionelle Bleiverglasung dominiert, sind ebenfalls zu sehen. Zahlreiche Wand- und Raum-Objekte, zum Teil auch Lichtskulpturen, tragen zum Erschienungsbild der Ausstellung bei. Von aufwendigen Schliffen und Gravuren über Pâte-de-Verre oder Fusing-Arbeiten bis hin zu lampengeblasenem Glas oder Kombinationen mit Hüttenglas sind in der Ausstellung alle Techniken vertreten.
 

Die Schau vermittelt einen beeindruckenden Überblick über die vielfältige deutsche Glasszene. Es ist für Künstler zwar in den letzten Jahren nicht leichter geworden, das Material als Ausdrucksmittel zu verwenden. Das Arbeiten mit heißem Glas verursacht unter anderem durch die relativ hohen Energie-Kosten eines Schmelzofens und die eingeschränkten Möglichkeiten in den noch produzierenden Glashütten Probleme. Im Fusing- und Pâte de Verre-Bereich liegen allerdings noch Alternativen, die von den Glasgestaltern auch genutzt werden.
 

In dem die Ausstellung begleitenden Katalog werden die teilnehmenden Künstler vorgestellt und eine ihrer eingereichten Arbeiten abgebildet. Von den Künstlern wurden die Arbeiten mit Statements versehen und, falls notwendig, vom Museum kommentiert. Es wäre schön, wenn auch der Katalog wieder ein kleines Nachschlagewerk zur aktuellen deutschen Glaskunst werden würde.

 

Download:

 

Veröffentlichungen:

GLAS 30

 

 

GLAS 30 - GLAS 2006 - 3. Immenhäuser Glaspreis - Wettbewerb zur zeitgenössischen Glaskunst in Deutschland
- Bestellformular -

 

 


 

Feuerspiele: Gläser - Masken - Bilder

Werke von Hans Jürgen Westphal
16. September 2006 bis 18. Februar 2007

 

 

Hans-Jürgen Westphal wurde 1952 in Gokels im Kreis Rendsburg geboren. Der heute in Keitum auf Sylt lebende Künstler verließ den Norden Deutschlands, um in Wuppertal eine Lehre zum Glasapparatebläser zu absolvieren. Bis 1977 war er als Geselle im Ruhrgebiet tätig, dann schloss sich eine weitere Ausbildung an der Staatlichen Glasfachschule im hessischen Hadamar an, die er mit der Meisterprüfung beendete. Seit 1975 betrieb er in Wuppertal eine eigene Werkstatt, die er 1979 nach Sylt verlegte. Hier ist er seitdem als freischaffender Künstler und aktiv in der Kulturpolitik der Insel tätig.

 

Schon früh hat er neben der Lampenglasgestaltung nach weiteren Ausdrucksmöglichkeiten für seine künstlerische Arbeit gesucht. Ein Atelier mit Schmelzwerkstatt in Neukirchen in Nordfriesland ermöglicht ihm seit 1994 eine Ausweitung seiner gestalterischen Tätigkeit in den Schmelzglas-Bereich

 

Seitdem ist er in den unterschiedlichsten Feldern der Glaskunst tätig.

 

Die Ausstellung macht mit der Vielseitigkeit des Künstlers bekannt. Es werden nicht nur Lampenglasobjekte präsentiert, sondern auch in Fusing- und Sandgusstechnik gearbeitete große Stelen und andere Objekte.

 

Veröffentlichungen