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Glas 2026 - 9. Immenhäuser Glaspreis

Wettbewerb zur zeitgenössischen Glaskunst in Deutschland
09. Mai bis 31. Oktober 2026 
GLAS 2026_Logo  

Publikumspreis GLAS 2026

Alle Gäste sind ab sofort und bis einschließlich 29. Oktober 2026 eingeladen, für ihren Favoriten abzustimmen. Der durch die Gäste vergebene Publikumspreis wird im Rahmen der Finissage am Samstag, den 31. Oktober 2026 verliehen.

 

NEU! Gewinnspiel:

Unter allen abgegebenen Stimmzetteln werden drei Preise verlost.

 

Machen Sie jetzt mit und wählen Sie Ihren Favoriten.

Folgende Preise gibt es zu gewinnen:

 

1. Preis: 
Eine Original Süßmuth Vase…
mit echtem Handschliff des Süssmuthschleifers Günther Samtleben, Schüler des Süssmuth Meisterschleifers Georg Brückner | Entwurf  L. Zindler | Titel  "Die Tänzerin" im Bauhaus-Stil gestaltet, eine Hommage für Richard Süssmuth (H: 25,5 cm, DM: 9,8 cm) im Wert von ca. 300 € 

 

2. Preis: 
Glasperlenkurs-Teilnahme für 1 Person…
im Atelier im Glasmuseum Immenhausen im Wert von 70 € 

 

3. Preis: 
Ein Ausstellungs-Katalog GLAS 2026 im Wert von 5 €

 

Die Ermittlung der Gewinner erfolgt nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums (9.5.-29.10.2026) im Rahmen einer Auslosung unter allen abgegebenen Stimmzetteln.
Hier geht es zu den Teilnahmebedingungen: GLAS 2026 Publikumspreis


 

Die Jury hat entschieden. Die Gewinner stehen fest.

Eine hochkarätige unabhängige Fachjury traf sich am Donnerstag, den 23. April 2026, um unter den ausgewählten Kunstwerken die ersten drei Preise zu vergeben sowie zwei weitere Belobigungen auszusprechen. 

Folgende Kriterien wurden bei der Vergabe in Betracht gezogen:

- Künstlerische Eigenständigkeit 

- Ausführung
- Alleinstellungsmerkmal 

 

Die Entscheidung fiel nicht leicht. Doch haben die Jury-Mitglieder aus der Fülle der teilnehmenden Objekte gewählt. 

 

Mitglieder der Fach-Jury:

Dr. Sven Hauschke 
Direktor der Kunstsammlung der Feste Coburg und des Europäischen Museum für modernes Glas

 

Dr. Katrin Holthaus
Leiterin LWL-Museum Glashütte Gernheim

 

Dr. Christian Lechelt
Leiter Museum Schloss Fürstenberg

 

Uta M. Klotz
Herausgeberin und Chefredakteurin Neues Glas

 

Michael Kirsch
Schulleitung Glasfachschule Hadamar


Die Preisträger

Im Rahmen der Ausstellungs-Eröffnung am Samstag, den 09. Mai 2026 wurden die Gewinnerinnen und Gewinner bekannt gegeben und die Preise überreicht. 

 

Der 1. Preis geht an Cristina Zanotti für "Wunderkammer", 2026 Cristina Zanotti "Wunderkammer", 2026 1. Preis GLAS 2026 

 

Begründung:
Mit dem 1. Preis wird der Wettbewerbsbeitrag von Cristina Zanotti ausgezeichnet. Die 1965 geborene und in Milano, Kunstakademie Brera ausgebildete Künstlerin liefert aus handwerklicher und künstlerischer Sicht eine hochwertige Arbeit ab:
Eine „Wunderkammer“ hat Cristina Zanotti beschert: Ein hausförmiger Schrein mit zwei Flügeltüren, geöff-net wir ein barocker Kabinettschrank oder wie ein Altar. Im Inneren ist eine Wunderwelt versammelt und angehäuft, ausgebreitet für den neugierigen Blick: Schälchen aus pâte-de-verre, Mugel mit Blattgoldein-schmelzungen, in Form gegossenes, Gepresstes, fein Bemaltes, dazu Fundstücke. Das aufwendig Handge-machte steht und hängt neben Industrieware. Das spielerische Werk entfaltet seine erzählerische Kraft beim genauen Hinsehen. Es lädt zum Entdecken ein, lässt schmunzeln und darüber nachdenken, was (Glas-) Kunst eigentlich will und soll: definitiv nicht allgemeingültigen Konzepten folgen. Die Künstlerin vermeidet jedes hohle Pathos und das ledigliche Ausstellen von technischer Virtuosität. „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“ – Schiller hatte völlig recht und an Zanottis „Wunderkammer“ zeigt sich dieser Ge-danke hervorragend. Ohne Zweckbestimmung und äußere Notwendigkeit die Dinge zusammentragen, kombinieren und selbstversunken in einem Mikrokosmos zu ordnen, angefüllt mit den eigenen Geschichten und Zitaten aus der großen, chaotischen Welt. Wer hatte nicht in der Kindheit (und hat vielleicht noch heute) diese eine Kiste, Dose oder Schublade, die sich nach und nach mit den als kostbar empfundenen Dingen füllte? An diese ganz persönlichen Wunderkammern, in denen eine bunte Glasmurmel so wertvoll wie ein Kronjuwel war, lässt uns Cristina Zanotti erinnern und berührt dadurch zutiefst.

 

 

Den 2. Preis erhält Rasit Rejwan Toplu für "Metamorphose", 2026 Rasit R. Toplu "Metamorphose" 2. Preis GLAS 2026, 2026 

 

Begründung:
Der 1991 in Ahlat geborene Rasit Rejwan Toplu bekommt für sein Hohlglasobjekt „Metamorphose“ den zweiten Preis der Jury zugesprochen. Toplu gelingt es mit dem Hohlglasobjekt „Metamorphose“, die Eigen-schaften des Materials Glas und der ihm innewohnenden technischen Möglichkeiten auf ebenso individuel-le wie prägnante Weise künstlerisch einzusetzen. Die Transformation der handwerklich-technischen Ebene in die künstlerische Konzeption gestaltet sich kohärent: Toplu setzt mit diesem Objekt die technischen Mit-tel seines handwerklichen Könnens präzise ein, um die Veränderbarkeit des Materials und seines Bearbei-tungsverfahrens künstlerisch zu deuten und Prozessen der Verwandlung ebenso künstlerischen Gehalt wie ästhetischen Reis zu verleihen:

Wie der Titel „Metamorphose“ andeutet, fasst das Werk unterschiedliche Prozesse der Veränderung zusammen: Konkret betrachtet, bildet das Objekt die hüttentechnische Herstellung, insbesondere die Reakti-onen des heißen Glases und das Formen durch Einblasen ab. Vor allem die aufgeschnittenen Blasen zeigen durch Changieren der Farben, Plastizität und optische Effekte führen die gestalterischen Möglichkeiten vor Augen. Das Objekt ist Ergebnis eines Wechselspiels, das dem Künstler erlaubt, in jeder Phase des Schaffens auf die Wirkung des Objektes einzugehen und sie zu modifizieren.

Das ästhetische Erlebnis fügt sich diesem fluiden Konzept ein. Der unregelmäßige Aufbau des Objekts mit den sich ausdehnende Blasen suggeriert einen fortdauernden materiellen Prozess in der eigentlich starren Materie. Das Werk erschließt sich nie vollkommen, sondern bietet eine Vielfalt von Perspektiven: Lichtein-fall, Position der Betrachtenden, Farbwechsel der Überfänge und optische Effekte tragen zu dem Konzept der im Titel benannten „Metamorphose“ bei. Toplu gelingt es damit, dem Material eine charakteristische ästhetische Expressivität zu verleihen.

 

 

Der 3. Preis geht an Klaus-U. Hilsbecher für "Spule", 2023 K.-U. Hilsbecher "Spule" 3. Preis, 2023 

 

Begründung:
Den dritten Preis vergibt die Jury an den in Wuppertal im Jahr 1949 geborenen Künstler Klaus-Ulrich Hilsbecher. Die Spule ist nicht einfach nur ein Objekt. Sie lässt sich als kulturell aufgeladenes Zeichen lesen, das auf Handwerk oder auch Technik, auf Textiles verweist, äußerlich wie eine übergroße Garnrolle wirkt. Sie bewegt sich im Spannungsfeld zwischen industrieller Funktionalität und metaphorischer Offenheit. Fiberglas als Material verstärkt diese Ambivalenz. Es gehört zu den klassischen Werkstoffen moderner Ver-bundtechnologie. Die Spule als Motiv steht exemplarisch für Speicherung und Weitergabe – sei es von Strom, Daten oder Material. In einer Gegenwart, die von Netzwerken und Kreisläufen geprägt ist, wirkt dieses Objekt fast wie ein Symbol für die Infrastruktur der Moderne. Doch gerade durch seine künstlerische Transformation verliert es seine eindeutige Funktion und wird zum Reflexionsgegenstand: Was wird hier eigentlich gespeichert? Energie, Information – oder vielleicht Bedeutung selbst? Hilsbechers Arbeit trans-formiert ein technisch-funktionales Objekt in ein offenes Zeichen, das Bewegung suggeriert, Zeit speichert und zugleich die eigene Materialstruktur sichtbar macht. Gerade diese Gleichzeitigkeit von industrieller Prä-zision und poetischer Offenheit macht den Reiz der Fiberglasarbeit aus – sie ist sowohl Objekt als auch Denkfigur.

 

Belobigungen

Die erste Belobigung geht an Anett Tanger für "A Moment in India", 2026 und "Hartwigsdorf-Original", 2026 Anett Tanger "A Moment in India-Places, 2026 

Begründung:
Die beiden kleinen Bildwerke „Hartwigsdorf-Origins“ und „A Moment in India-Places“ von der in 1961 in Leipzig geborenen Künstlerin Anett Tanger berühren wegen des privaten, nahezu intimen Bildsujets in Verbindung mit der diffizilen Technik Pâte de Verre. Die aus verschmolzenen Glaskröseln bestehenden, am Rand wie ausgefranzt wirkenden Glasplatten sind fragile Objekte. Ihrer physischen Verletzlichkeit entspricht die Unsicherheit der Zukunft, die dem in Sepia im Fototransferverfahren aufgetragenen Porträt des Paares innewohnt. Ist es ein Abschiedsbild des in den Krieg ziehenden Ehemannes? Auch die barfüßigen indischen Kinder evozieren Fragen. Inhalt und Technik kommen hier auf überzeugende Weise zusammen. Anett Tanger "Hartwigsdorf-Origins", 2026 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die zweite Belobigung geht an Luise von Cossart für "Sternenfinder", 2026 Luise von Cossart "Sternenfinder", 2026 
 

Begründung:
Die 1997 in Berlin geborene Künstlerin Luise von Cossart schlägt mit ihrem Kunstwerk „Sternenfinder“ eine Brücke zwischen der Zerbrechlichkeit des Glases und der Tiefe des Kosmos.
Durch das Spiel von Licht und Ruß fängt die filigrane Flammenarbeit die Magie der Nacht ein. Die Symbiose aus Glas und Ruß verleiht dem „Sternfinder“ eine einzigartige Textur.
 

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerinnen & Gewinner & Belobigten!

Förderer & Unterstützer
1. Preis: 1.500,00 Euro gestiftet von der Stadtsparkasse GrebensteinStadtsparkasse_Grebenstein_Logo
2. Preis: 1.000,00 Euro gestiftet von der SV SparkassenVersicherung
 
SV SparkassenVersicherung_Logo
3. Preis:   500,00 Euro gestiftet von der Stadt Immenhausen   Stadt Immenhausen
Publikumspreis: 300,00 Euro gestiftet von der sera GmbHsera GmbH

  


Downloads 

Übersicht ausstellende Künstlerinnen & Künstler GLAS 2026

Plakat: GLAS 2026

Flyer 1: GLAS 2026

Flyer 2: GLAS 2026
 

Weitere Informationen

Teilnahmebedingungen: GLAS 2026 Publikumspreis

Teilnahmebedingungen: GLAS 2026 

Katalog-Bestellung: GLAS 2026
 


Hintergrund

Im Jahr 2026 wird bereits zum neunten Mal der Immenhäuser Glaspreis verliehen. In Deutschland lebende und arbeitende Künstlerinnen und Künstler konnten sich mit drei neuen Glasobjekten bewerben. Die 65 Künstlerinnen und Künstler präsentieren nun 102 Arbeiten vom 09. Mai bis 31. Oktober 2026 im Glasmuseum Immenhausen. Im Fokus stehen die Trends und Entwicklungen der zeitgenössischen Glaskunst auf nationaler Ebene zu präsentieren und den Glaskunst-Schaffenden eine besondere Beachtung und Wertschätzung ihrer Arbeiten entgegen zu bringen.