Gute Gründe, warum viele Rasenflächen in der Stadt Immenhausen inzwischen extensiv gepflegt werden
Sind städtische Grünflächen ungepflegt oder einfach nur natürlich?
Auf einigen städtischen Rasenflächen schießt das Grün mit Beginn des Frühlings wieder die Höhe! Doch was ist der Grund dafür, dass die Stadt seit geraumer Zeit hier nicht mehr intensiv mähen lässt?
Der Grund ist ein ganz einfacher: Umwelt-, Natur- und Artenschutz sollten natürlich nicht vor den Stadtgrenzen haltmachen, zumal viele Hausgärten leider derart aufgeräumt gestaltet oder mit nicht heimischen Pflanzen ausgestattet sind, so dass diese für unsere heimischen Insektenarten nicht oder kaum von Nutzen sind.
Die Stadt Immenhausen möchte dem auf öffentlichen Flächen entgegenwirken und durch die bereits vor einiger Zeit begonnene Umstellung von intensiven Mähvorgängen auf eine extensive Pflege einen Beitrag zum Naturschutz leisten.
Die Vorteile der extensiven Pflege sind insbesondere ökologischer, aber auch im Laufe der Zeit ästhetischer Natur. Viele Menschen mögen vielleicht einen kurz gemähten Rasen auf den öffentlichen Grünflächen bevorzugen, eben nur, weil sie daran gewöhnt sind oder es vermeintlich gepflegter aussieht. Kurz und regelmäßig gemähte Flächen sind aber ökologisch nicht wertvoll. Zeigt man z. B. Bilder von blühenden Wiesen, sagen viele Menschen: Oh ja, das sieht aber hübsch aus!
Außerdem sind bei einer extensiven Pflege natürlich die Unterhaltungskosten geringer und der Schadstoffausstoß der Mähfahrzeuge und Rasenmäher wird durch weniger Einsatz verringert. Hierdurch schafft man insgesamt nachhaltigere Grünflächen auch in urbanen Bereichen.
Ein weiterer Punkt ist die Artenvielfalt. Wenn wir weiterhin „sterile“, intensiv gemähte Rasenflächen bevorzugen, aber gleichzeitig davon reden, die biologische Vielfalt erhalten zu wollen, ist das ein Widerspruch, denn auf diesen Flächen wird man kaum Biene, Hummel, Schmetterling & Co. antreffen.
Pro Jahr werden die Flächen dann ein- bis zweimal komplett gemäht und die Mahd abgefahren, damit es keinen Nährstoffeintrag in den Boden gibt, der wiederum das „sterile“ Rasenwachstum fördert. Hierdurch sollen sich perspektivisch wieder vermehrt heimische und blühende Wildkräuter und -blumen auf natürliche Weise ansiedeln, die dann wieder für mehr Biodiversität sorgen.
Dadurch, dass die Pflanzen über den Winter stehen bleiben und eine erste Mahd erst im Frühjahr vorgenommen wird, bieten diese Bereiche zudem einen Rückzugsort bzw. eine Überwinterungsmöglichkeit für Insekten und Kleinstlebewesen.
Viele Experten sind sich hier einig, dass man mehr „Mut zur Unordnung“ haben muss, da die mutmaßliche Unordnung vielmehr ein gesunder und wertvoller Lebensraum für unsere Tier- und Pflanzenwelt darstellt, als intensiv gemähte Grünflächen, die vielleicht der menschlichen Ästhetik eher entsprechen, aber kaum einen ökologischen Nutzen im Sinne des Artenschutzes haben.
Hierbei handelt es sich natürlich um einen mittelfristigen Prozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen sein wird. Auch gibt es Bereiche, die nach wie vor intensiv gemäht werden (z. B. Parkanlagen und Spielplätze, auf denen Kinder spielen) und natürlich wird auch zu öffentlichen Verkehrswegen, Privatgrundstücken u. ä. ein Mähstreifen freigehalten, damit Pflanzen nicht in die Gehwege etc. hineinragen.
Die Stadt Immenhausen kann durch die sogenannte extensive Pflege vieler öffentlichen Grünflächen auf einfache Art und Weise einen Beitrag zum Artenschutz und zur Artenvielfalt leisten. Und das ist der Grund, warum viele Grünflächen nur noch extensiv gepflegt werden!
Auch als privater Grundstückseigentümer kann man hier einen Beitrag leisten, in dem man seinen Rasen nicht wöchentlich, sondern vielleicht nur zweimal im Monat mäht. Gerade im Frühjahr, wenn noch nicht so viele Blumen und Gehölze blühen, stellen z. B. Gänseblümchen, Löwenzahn & Co. eine wertvolle Nahrungsquelle für Insekten dar.











