Berührende Lesung über das erschütternde Schicksal der Lilli Jahn

Am Tag der Deutschen Einheit war Buchautor Dr. Martin Doerry zum 3. Mal in der Jahnturnhalle in Immenhausen zu Gast, um aus seinem Werk „Mein verwundetes Herz - Das Leben der Lilli Jahn“ vorzulesen. Unterstützt wurde er dabei von der Schauspielerin Andrea Wolf. Bereits in 2002 kurz nach Erscheinen des Buches war Herr Doerry das 1. Mal in Immenhausen zu Gast und zuletzt in 2017.

 

Die jüdische Ärztin Lilli Jahn aus Immenhausen wurde 1944 von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. In seinem Werk hat Doerry den liebevollen Briefwechsel seiner Großmutter Lilli Jahn und ihrer Kinder zusammengestellt.

 

Knapp 100 Personen aus einer bunten Mischung von Jung bis Alt verfolgten aufmerksam die spannende und ergreifende Lesung von Doerry und Wolf. Das abgestimmte Wechselspiel zwischen männlicher und weiblicher Stimme ließ eine berührende Atmosphäre aufkommen, sodass besonders gegen Ende der Lesung bei den letzten Briefen zwischen Lilli und ihrer Kinder vereinzelt die Augen nicht mehr trocken blieben.

 

Die Geschichte Jahns ist ein trauriges Familienschicksal, das sich während der Zeit des Nationalsozialismus in ähnlicher Form millionenfach in Deutschland ereignet hat. Bürgermeister Lars Obermann, der sich um die Durchführung dieser Lesung zu Beginn seiner Amtszeit bemüht hatte, ist es wichtig, dass dieser dunkle Teil der deutschen Geschichte nicht in Vergessenheit gerät und immer wieder an die schrecklichen Ereignisse erinnert wird, die auch Teil der Immenhäuser Stadtgeschichte sind. Der Fall der Lilli Jahn und auch der Mord an Walter Lübcke 2019 in Wolfhagen machen deutlich, dass der Nationalsozialismus leider auch vor der eigenen Tür und auch zur heutigen Zeit immer noch ein Thema ist, dass ernsthaft zu behandeln ist.

 

Martin Doerry, Andrea Wolf und Bürgermeister Obermann bei der Eröffnungsrede kurz vor Beginn der Lesung

 

Martin Doerry und Andrea Wolf

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Veröffentlichung

Mi, 12. Oktober 2022

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