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Preisverleihung: GLAS 2022 – 8. Immenhäuser Glaspreis

Wettbewerb zur zeitgenössischen Glaskunst in Deutschland

 

Volles Haus bei der Bekanntgabe der Preisträger des Wettbewerbs um den 8. Immenhäuser Glaspreis – mehr als 100 Besucher, darunter viele teilnehmende Künstlerinnen und Künstler – waren bei der Preisverleihung am 17. September im Glasmuseum dabei.

 

Ralf Patock, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Grebenstein, gab den Gewinner des 1. Preises bekannt und verlas auch die Würdigung der Jury:

 

1. Preis
gestiftet von der Stadtsparkasse Grebenstein
    Samuel Weisenborn
    „Destruction I und II“, 2021

 

Mit dem 1. Preis werden die beiden Wettbewerbsbeiträge von Samuel Weisenborn ausgezeichnet. Der 1978 geborene und in Hadamar und Halle ausgebildete Künstler liefert aus handwerklicher und künstlerischer Sicht hochwertige Arbeiten ab.
Die beiden Gefäßobjekte „Destruction I und II“ bestehen aus frei geformtem, farblosem Kristallglas mit jeweils unterschiedlich farbigem Unterfang. Die dickwandigen Gefäße wurden bildhauerisch bearbeitet. Material wurde durch Schleifen tiefgreifend abgetragen, die Oberflächen wieder aufpoliert. Einzelne Elemente ragen wie Inseln asymmetrisch weit aus dem bearbeiteten Gefäßkörper heraus. Es sind Überreste der ursprünglichen Wandstärke, die durch unterschiedliche Strukturen, Facettschliffe, Kugelungen oder glatte Polituren einen jeweils eigenen Charakter erhalten. Getragen werden sie von einem kraftvollen, dynamischen Körper. Die Farbigkeit des Unterfangs bricht sich in den Facetten und Schraffuren der Oberflächenstruktur, so dass ein Leuchten entsteht, dessen Präsenz sich beim Umschreiten der Arbeiten ständig verändert. Ist es überinterpretiert, hier ein Sinnbild für unsere heutige Gesellschaft zu sehen? Gemeinschaftliche Bindungen scheinen zerstört, zu individuellen Positionen erodiert zu sein – und doch verbindet sie untergründig immer noch eine kraftvolle, gemeinsame Basis. Mit großer Entschlossenheit hat Samuel Weisenborn ein skulpturales Programm entwickelt, das durch seine schlüssige formale Gestaltung, die perfekte Ausführung und eine enorme Assoziationskraft herausragt.

 

Den Preisträger des 2. Preises gab Dr. Rolf Luhn von art regio bekannt.


2. Preis2. Preis Marina Aletsee - Die letzte Patrone
gestiftet von Art Regio, dem Kunstförderprogramm der SparkassenVersicherung
Marina Aletsee
„Die letzte Patrone“, 2022

 

Die 1994 in Füssen geboren Marina Aletsee bekommt für ihre Skulptur „Die letzte Patrone“ aus formgeschmolzenem und geschliffenem Glas den zweiten Preis der Jury zugesprochen. Der kompakten, ganz auf die Silhouette einer Patrone reduzierten Form steht ein indifferentes, je nach Lichteinfall changierendes, Blut symbolisierendes Innenleben gegenüber. Das Innenleben bleibt letztlich aufgrund der geschliffenen Oberfläche opak und rätselhaft. Die Arbeit thematisiert als politisches Statement nicht nur die heutige Black Lives Matter-Bewegung, sondern auch generell Gewalt gegen Minderheiten. Sie besticht durch die konsequente Verbindung von Form und Inhalt. Diese Fokussierung, die ohne Pathos auskommt, hat die Jury überzeugt. Die Skulptur steht für eine zeitkritische Auseinandersetzung der jungen Generation mit gesellschaftspolitischen Themen.

 

3. Preis Alexandra Geyermann - Fenster zu einer vergessenen WeltDen 3. Preis, gestiftet vom Magistrat der Stadt Immenhausen, über gab Bürgermeister Lars Obermann an
Alexandra Geyermann
„Fenster 2 zu einer verschwundenen Welt“, 2021

 

Den dritten Preis vergibt die Jury an die 1969 geborene Alexandra Geyermann aus Zwiesel und damit prämiert sie nicht nur das zum Wettbewerb eingereichte Objekt, sondern auch die langjährige Präsenz der Künstlerin als Graveurin.
Ihre Gravuren sind ein Zeugnis professioneller Qualität und darüber hinaus ein Kaleidoskop von ganz besonderer ikonografischer Finesse und Sensibilität. Ihre Themen kreisen häufig um historische Frauenfiguren, die nicht im öffentlichen Bewusstsein verankert sind. 
In der prämierten Arbeit „Fenster zu einer verschwundenen Welt“ wird eine ovale Glasscheibe in einem schlichten Biedermeierrahmen aus Holz gefasst. Die Gravuren beziehen sich auf die tragische Liebe der Margaret Fountaine und ihre Suche nach einem seltenen Schmetterling. Diese Arbeit zeigt die souveräne technische Beherrschung der Gravurtechnik und wird zu einer perfekten Symbiose aus Botschaft und Bild - beseelt und detailreich im Narrativen. Alexandra Geyermann hat einen eigenen unverkennbaren Stil entwickelt und vermag es auf das Vortrefflichste, literarische Kleinode in Glas zu bannen.


Die Besucher der Ausstellung haben auch den Publikumspreis vergeben: dasPublikumspreis Sina Mendler - Gedankengeflecht Objekt mit den meisten Stimmen stammt von Sina Mendler und trägt den Titel „Gedankengeflecht“. Dieser mit 250,-- Euro dotierte Preis wurde von der Gesellschaft der Freunde der Glaskunst gestiftet.

 

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Fenja Eckart und Armin Schönlau mit Klavier und Gesang.
 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Immenhausen
Di, 20. September 2022

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