NABU – Altkreis Hofgeismar zieht mit Kita und Schulklasse in die Apfelernte.
Immenhausen: Natur erleben, Äpfel ernten und dabei ganz nebenbei etwas Gutes für das Ökosystem tun – genau das stand bei zwei besonderen Aktionen
des NABU auf dem Programm.
Die Idee zu dieser besonderen Apfelernte entstand bei einer Bestandsaufnahme einer Streuobstwiese in Immenhausen mit der Projektmitarbeiterin des LPV Landschaftspflegeverband Landkreis Kassel e.V Lydia Purkart und dem Naturschützer Walter Kouril.
Bei einer Sitzung der KEMU war schnell klar, daß aus dieser Idee eine gemeinsame Aktion mit Kindern werden sollte. Dirk Brede vom Ordnungsamt der Stadt Immenhausen stellte daraufhin die Verbindung zur Kita und zur Schule her. Die Stadtverwaltung, allen voran Bürgermeister Lars Obermann, unterstützte das Vorhaben von Anfang an und stellte die Bäume sofort und sehr gerne zur Verfügung.
Nur so konnte diese Aktion überhaupt stattfinden.
So konnte aus einer Idee ein gemeinsames Erlebnis für Kinder, Schule, Kita, Stadt und NABU werden. Bei bestem Herbstwetter machten sich zunächst die 32 Kinder der Kita „Die kleinen Immen“ und eine Woche später die Klasse 4a der Lilli-Jahn-Schule gemeinsam mit dem Naturschützer Walter Kouril auf den Weg zur Streuobstwiese an der Mariendorfer Straße.
Für “Die kleinen Immen“ begann der Ausflug schon mit einem besonderen Erlebnis: Auf dem Gelände des Hundevereins legten die Kinder zunächst eine gemütliche Frühstückspause ein. Beim gemeinsamen Picknick hatten die Mädchen und Jungen sichtlich viel Freude. Gut gestärkt ging es dann zur nah gelegenen Streuobstwiese.
Dort erklärte Kouril den Kindern zunächst welche Apfelbäume für die Ernte vorgesehen waren. Gleichzeitig vermittelte er Ihnen, welchen hohen ökologischen Wert eine Streuobstwiese besitzt. Sie bietet Lebensraum für zahlreiche Vögel und Insekten und ist damit ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Ökosystems. Dies
bewiesen auch die Funde von einigen Grasfröschen und einer jungen Eidechse.
Dann ging es endlich ans Ernten. Mit großer Begeisterung pflückten und sammelten die Kinder Äpfel und füllten damit zwei große Bollerwagen. Die Ernte
sollte aber nicht nur in die Kita gebracht werden, sondern auch in den folgenden Tagen auf vielfältige Weise verarbeitet und verkostet werden.
Einen ganz besonderen Dank gilt dabei auch den zwei Erzieherinnen, der Sozialassistentin und der Auszubildenden der Kita. Sie begleiteten die Kinder
mit viel Freude und Engagement und packten bei der Apfelernte kräftig mit an. Und das war durchaus körperliche Arbeit: Die beiden prall gefüllten Bollerwagen mussten schließlich den Berg wieder hinaufgezogen werden. Ihr Engagement trug wesentlich dazu bei, daß dieser Tag für die Kinder zu einem schönen und besonderen Naturerlebnis wurde.
Eine Woche später: Die Klasse 4a packt mit an.
Eine Woche später ging es erneut auf die Streuobstwiese – diesmal mit der Klasse 4a der Lilli-Jahn-Schule aus Immenhausen und ihrer Lehrerin Frau Pilger.
Walter Kouril und Bernd Geipl beide vom NABU Altkreis Hofgeismar holten die Klasse bereits direkt an der Schule ab. Schon auf dem Schulplatz nutzten sie die Gelegenheit, den Kindern die Bedeutung einer Streuobstwiese und den ökologischen Kreislauf näherzubringen. Auf der Wiese angekommen erfuhren die Schülerinnen und Schüler, welcher Wert ein Apfel als Lebensmittel hat und wie wichtig es ist Lebensmittel wertzuschätzen. Die Äpfel auf dieser Streuobstwiese wurden ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und ohne Kunstdünger erzeugt. Für die Kinder wurde damit unmittelbar erlebbar, daß gesundes und sehr wertvolles Obst direkt vor unserer Haustür wachsen kann.
Mit großer Leidenschaft machten sich die Schülerinnen und Schüler ans Werk. Sie pflückten und sammelten sage und schreibe 162 Kilogramm Äpfel! Für die Ernte gab es anschließend eine ganz besondere Belohnung. In einer Vereinbarung mit der Mosterei Gerth und Walter Kouril erhielten die Kinder für jeweils 50 Kilogramm angelieferte Äpfel neun Flaschen naturbelassenen frisch gepressten Apfelsaft- kostenfrei.
Gemeinsam wurde die gesamte Ernte auf einen bereitgestellten Anhänger verladen und anschließend zu einer Sammelstelle gebracht. Doch damit war die Apfelernte für die Klasse der 4a. noch lange nicht zu Ende. Lehrerin Frau Pilger, mit noch zwei Schüler Muttis, machten den Kindern noch am gleichen Tag mit zwei selbst gebackenen Apfelkuchen eine ganz besondere Freude. Für die Kuchen verwendeten sie die frisch gesammelten Äpfel. So konnten die Kinder ihre eigene Ernte wenig später sogar noch genießen. Ein schöner und leckerer Beweis dafür, wie aus gemeinsamer Arbeit etwas ganz Besonderes entstehen kann.
Fleiß wird belohnt:
Die fleißigen Helferinnen und Helfer konnten sich schon bald auf ihren verdienten Lohn freuen. Am Montag lieferte Walter Kouril für die 162 kg. geernteten Äpfel – 30 Flaschen besten Apfelsaft direkt in der Klasse von Frau Pilger ab. Die Freude war bei den Kindern natürlich riesig. Schließlich hatten sie den Saft mit ihren eigenen Händen „erarbeitet“.
Und genau darum ging es bei dieser Aktion: Arbeit darf sich lohnen – und wer sich für die Natur engagiert, darf auch sehen und erleben was daraus entsteht.
Die Kinder haben mit ihrer gemeinsamen Arbeit nicht nur viele Äpfel geerntet. Sie haben einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, daß wertvolles Obst genutzt wird und die Bedeutung unserer Streuobstwiesen ins Bewusstsein gerückt. Gleichzeitig konnten sie hautnah erleben, wie Natur, Lebensmittel und menschliches handeln
miteinander verbunden sind.
Für Walter Kouril und Bernd Geipl beide vom NABU war die Aktion ebenfalls ein voller Erfolg. Beide hatten sichtlich Freude daran, gemeinsam mit den Kindern draußen in der Natur zu arbeiten, Wissen weiterzugeben und dabei kleine und große Helferinnen und Helfer zu erleben. Am Ende waren sich alle einig: So macht Naturschutz Spaß! Denn, wenn Kinder selbst mit anpacken, Natur erleben und Natur verstehen, dann kann man am Ende stolz auf das Gemeinsam Erreichte sein und es bleibt eine wichtige Botschaft zurück: Unsere Natur ist sehr, sehr wertvoll – und jeder kann etwas dazu beitragen, sie zu erhalten.
Fotos: Walter Kouril
Bericht: Walter Kouril,
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